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]trash[pool Zeitschrift für Literatur und Kunst

In der 8. Ausgabe der Trashpool ist ein Auszug aus meinem nächsten Roman Grand Mal erschienen. Außerdem Texte von Timo Berger, Julia Wolf, Philip Krömer, Lucia Leidenfrost und vielen mehr. Wie immer sensationell gestaltet und herausragend kuratiert.

Bestellen kann man das Heft ab sofort unter redaktion@trashpool.net oder in einigen sehr exquisiten Buchläden wie beispielsweise ocelot, not just another bookstore in Berlin, sowie in den Tübinger Buchhandlungen Gastl, Vividus & Quichotte .

Vielen Dank an die Herausgeber Isabella Caldart, Frank O. Rudkoffsky, Ulrike Schiefelbein, Tibor Schneider & NadineTsalawasilis!

Benefizveranstaltung in der Brotfabrik Berlin

Am Samstag, den 28. Oktober 2017 um 19:30 Uhr lädt die Brotfabrik Berlin zu einer Langen Nacht der poetischen Prosa. Eine Nacht, die zeigt, dass Poesie nicht nur von Lyriker*innen gepachtet wird, sondern auch in der Prosa entwickelt werden kann. 17 Autor*innen lesen auf der BrotfabrikBühne experimentelle, unkonventionelle, lebendige, mutige und vor allem poetische Prosa.  Gelesen wird in zwei Blöcken bis Mitternacht. Das alles organisiert und kuratiert vom ebenso umtriebigen, wie genialen Alexander Graeff.

Alle Einnahmen gehen ausnahmslos an die Gemeinschaftsunterkunft Heinersdorf für die Errichtung einer Bibliothek.

Kabeljau & Dorsch

Letzten Freitag war also endlich die Lesung bei Kabeljau & Dorsch im Alter Roter Löwe Rein in Neukölln. Was Chris Möller, Malte Abraham und Natalie Wübbolt dort aufgebaut haben, ist wahrscheinlich einzigartig in Berlin. Man kann nur hoffen, dass dieses beispiellose, visionäre Projekt noch lange fortbestehen wird. Ob es hundert oder mehr literaturinteressierte Zuhörer an diesem Abend waren. Die wohlwollende, gelöste, gleichzeitig professionelle Atmosphäre. Die Aufmerksamkeit des Publikums und die Offenheit – auch gegenüber schwierigen Texten. Die neuen Begegnungen vor und nach der Lesung oder der Charme des Roten Löwen: Es war ein wirklich grandioser Abend. Vielen Dank dafür!

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FBM 2016 & Ein kurzer Blick auf das zurückliegende Jahr.

Noch knapp zwei Wochen und es geht wieder zur Frankfurter Buchmesse. Freitag Abend die Preisverleihung der Hotlist 2016 und anschließend die Party der Independents im Literaturhaus Frankfurt. Danach hoffentlich etwas Schlaf in einem der letzten bezahlbaren Zimmer, die sich an diesem Wochenende in Frankfurt (Bahnhofsgegend) noch finden ließen. Samstag den ganzen Tag auf der Messe. Besuchertag. Endlich alle duotincta-Kollegen wiedersehen. Kaffee trinken. Bifi essen. Rumstehen. Flanieren. Noch mehr Kaffee trinken. Blogger, Autoren, Leser, Verleger, Lektoren, Übersetzer, Buchhändler und alle anderen Literaturinteressierten treffen. Am Abend wieder zum Bahnhof. Noch etwas essen. Im Nachtzug dann zurück nach Berlin.

img_1584Vor einem Jahr habe ich dort zum ersten Mal alle Verantwortlichen des duotincta Verlags getroffen. Seitdem ist viel passiert. nathanroad.rec wurde veröffentlicht. Wir hatten Lesungen in Leipzig, Berlin, Tübingen, Kühlungsborn und auf Flux.FM. Ich habe in den letzten Monaten miterleben dürfen, was es eigentlich bedeutet einen unabhängigen Verlag aufzubauen. Die unglaubliche Arbeit, die damit verbunden ist. Der Enthusiasmus meiner drei Verleger, die mit wenigen Mitteln so viel bewegen. Die ihren Autoren auf Augenhöhe begegnen. Ihnen spät Nachts noch zuhören. Mit ihnen in Neukölln im Azzam essen gehen. Eine Lesereihe in Berlin im Klub der Republik etablieren. Vor allem aber: sich immer wieder offen für schwierige Texte zeigen. Vielen Dank an alle für dieses gute Jahr!

Kreuz.

Keiner da, der uns den Nacken hielte,
wenn die Kluft uns niederbeugt.

Keiner, der uns hält, wenn wir
dem Ausmaß in die hände fallen;

der die Wirbelsäulen unserer
Ideen stützte, wenn sie darin

Purzelbäume pflanzen.

ich fand es immer schon unangenehm. eigentlich alles. die warterei.

das herz eines penners
den geist eines firmengründers
in der hostentasche, die ich so noch nicht bezahlt.

ich fand sie auf der straße eines nachts
zusammen mit einem ganzen leben.

ich zog sie an und fand
ich könnte gut aussehen jetzt: ab jetzt
mit schuhen, die mich tragen
würden, aber so?

und wie immer nur die wichtigen dinge
an stellen, die dafür nicht vorgesehen.

manchmal aber, wenn ich sie sehe
die obdachlosen mit ihren zähnen schwarz vor alkohol
das gefühl sie zu verleumden, weil ich
nicht wie sie, auch auf der straße lebe.

der hund und die bougainvillea.

einen moment sein
diesen einen aufgestellt vor dir
und ein schirm unter dem einbruch dieser hitze.

berührend dort, wo wir uns unterscheiden, weiss ich es
sobald nur dein hinunterreichen gilt:

mein fell habe ich erdacht.
mein verlangen habe ich begonnen
an einem tag, der nicht wiederkehrt;
der mir nicht einfällt so zu tun
als bräuchte ich mehr.

als jetzt aus dieser hitze
heraus gegen das aufkommen der vorstellung
eines geringen gottes widerstehen
der flöhe auf dieses herz gestreut.

und dass ein neuer name werde dir zur feier.
und mit der ungereimtheit
dieser aufgerichteten versuche jetzt
aus tausend mündern dich
mein rosa-rot anfeuern sehen –!

diesen moment sein, diesen einen
sich nicht befähigt fühlen
wie deiner farbe fieber haben.

über dem meeresspiegel sein
darum liebe ich dich.

endgültiger als

die werbung, die verworfen wurde.
aus toten städten / blühende bedürfnisse

bestehend aus

pornographie und wäschewaschen / roch
unser versagen selbst – jetzt noch frischer.

und noch in farbe welken vorder –
gründe die sich übereinander legen:

plakate von visionen fett

die butterbrotwelt deines vaters and i
have killed a man. a man who looked like me.

bordeaux gewinnt

und wie ein licht
mit wackelkontakt mein herz.

als ich gekonnt / hätte zumindest
gekauft uns einen regenschirm für die
scheiss träume die herab.

auf uns als wir / von bremsen bedeckt
den pinien folgen wollten

über uns die wolken
———-    kopierten das meer.

die gegenwart verspätet sich

und warten lohnt die säle nicht.
was wurde wird – ab jetzt nur noch was bleibt.

prophet – prophit / profet – profit und wenn
sind rechtschreibfehler dieser art nur
ethisch kraft- oder
ranglose
symbole eines
einzelnen bedürfnisses nach anerkennung?

sind jäger
naturliebhaber doch?

gott ist kein händler
sagt es mir – eigentlich immer
dann, wenn meine sentimentalität mir verhunzt, was ich
hätte gegeben für die stelle beispielsweise

rechts von brechts
überdauerung zu sein.

als ich

durs grünbein einen roten plastikhund verkaufte.
die gäste draussen / eines sponsors in kultur
erhörten, was der vorstand sich zu sagen hatte.

die nacht war kühl und catering und
ausserordentlich das leben. als er allein
im laden koons, den teuren trash gelassen sah.

ich fragte ihn ob er.. und einmal nur
so ausserordentlich / war ich
verlegen und mein herz gepocht – als kind
bei toni schumacher.

rezepte

für den modernen menschen eine zumutung
für den anderen rosinen. die zäune
die uns zu nachbarn wollten sind aus draht
geblieben – entschlossenheit das wesen der natur.

wäre wohlstand
die spirituelle seite des geldes, wohin würde
man ausweichen?
es wäre wie das auto des vaters, mit dem
– fahren nur im kreis.

hunger sucht heimat

mit der sehnsucht eines flüchtlings.
ohne anfang sich
endlich fressend in den restaurants, die sein exil
ausgekostet.
die folklore, die ihm suggerieren
wollte, er wäre am ende geographisch
wirklicher und gehöre hier hin.

möglicherweise fertig
woanders
wo er nie war, ausser in der erinnerung, die
urbaner ist als sein wohlsein.

der wunsch minimalist zu sein
– klappt nicht, darum
möglicherweise weiter: völlig, aber
wer ist das nicht?
exilante gefühle, exellente gefühle.
irgendwas
behält zwischenzeitlich jeder.

deutsche liebe

gelehrt. gewollt
im grunde aber
was anderes gewollt.
reformhausleidenschaft
das gegenteil von zeit
ist geld ist arbeit –
nehmer rechte kastrieren
meiner umgebung mich
meiner frau
meiner sprache, ec-karte, geduld
meiner tat die mir –
die mir was?
verschiedene horizonte eines
himmels, der stürzt wie ich ihn
ansehe
in sich zusammen.
liegt als ein abgeschnittener sack
wie übrig geblieben in einer schale
gewölbt aus dem wunder der erde
und nackt wie ein ganzer tag.

feigenbäume / porzellangelenk

ein fuß vor den anderen & palliativ – gesetzt
kein vorwärts kommen, kein zurück
des gaberechts, das grün von feigenbäumen.
der glanz somatischer keramik
krematorisch unbrauchbar
gemacht und
grün wie ein wurf ins weitere.
das wunder
moduliert, verworfen, weggeworfen danach
danach gesucht.
die wunde wieder
gesucht im aufguß dunkler feigenblätter
– glühend gegen das gelenk –
gehalten, weil jedes wunder im anfang
seine wunde hat.
zum einen zumindest.
zum anderen aber
vielleicht weil feigenbäume / porzellangelenk
nicht allein in meinem leben
gefehlt hätten, wäre da
nicht meine schöne frau gewesen.