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Andere Stimmen, andere Räume – Schlingpflanzen Realismus

So oft schon an seinen Büchern vorbeigegangen aber immer gab es da einen andere Schriftsteller, der gerade wichtiger schien. Jetzt also, mit 39, endlich Capotes Erstlingswerk und gleich diese unerhörte Stimme! Lyrisch, mystisch, vor allem aber: unvorhersehbar. Diese exzentrische, wulstige Prosa, in der überall Libellen surren und Flieder wuchert. Wundervoll. Wundervoll.

Zu einer Zeit, als die Literaturwelt sich großflächig auf die sprachliche Knappheit eines Hemingways geeinigt hatte, wagt dieser junge Schriftsteller eine tonliche Fülle, eine Halluzination, wie sie nur wenige über zwanzig Seiten durchhalten. Mit Charakteren, die einen bis auf die Straße verfolgen und mit jeder Seite eine undurchdringlichere Welt.

Dank der schlicht-schönen Pocketreihe des Kein & Aber Verlags mit ihren eingefärbten Buchrändern, über die ich mich jedes Mal wieder freue, habe ich Truman Capote und seine von allem losgelöste Sprache endlich kennen gelernt. Endlich. Einzigartig.

Kein & Aber, 256 Seiten.

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