Leichensammler – So etwas wie ein Maßstab

Juan Carlos Onetti ist vielleicht der größte Schriftsteller aller Zeiten. Ein writer’s writer wie man so sagt, denn die große Anerkennung des Publikums ist ihm weitesgehend verwehrt geblieben. Um so mehr bewundert ihn jeder Südamerikaner, der sich jemals mit dem Schreiben auseinandergesetzt hat. Juan Carlos Onetti erzeugt Sätze, die so einzigartig, so düster, so neu sind, dass man nach jeder zweiten Seite das Buch erschöpft beiseite legen muss.

Nie hat es einen schöneren, einen traurigeren, das Glück und die Bestimmungen des Menschseins ablehnenderen Schriftsteller gegeben. Durs Grünbein nennt ihn »den großen monolithischen Meister des 20. Jahhunderts neben Faulkner und Kafka.« Zurecht.

Suhrkamp, 280 Seiten.