Monthly archives of “June 2014

der hund und die bougainvillea.

einen moment sein
diesen einen aufgestellt vor dir
und ein schirm unter dem einbruch dieser hitze.

berührend dort, wo wir uns unterscheiden, weiss ich es
sobald nur dein hinunterreichen gilt:

mein fell habe ich erdacht.
mein verlangen habe ich begonnen
an einem tag, der nicht wiederkehrt;
der mir nicht einfällt so zu tun
als bräuchte ich mehr.

als jetzt aus dieser hitze
heraus gegen das aufkommen der vorstellung
eines geringen gottes widerstehen
der flöhe auf dieses herz gestreut.

und dass ein neuer name werde dir zur feier.
und mit der ungereimtheit
dieser aufgerichteten versuche jetzt
aus tausend mündern dich
mein rosa-rot anfeuern sehen –!

diesen moment sein, diesen einen
sich nicht befähigt fühlen
wie deiner farbe fieber haben.

über dem meeresspiegel sein
darum liebe ich dich.

Leichensammler – So etwas wie ein Maßstab

Juan Carlos Onetti ist vielleicht der größte Schriftsteller aller Zeiten. Ein writer’s writer wie man so sagt, denn die große Anerkennung des Publikums ist ihm weitesgehend verwehrt geblieben. Um so mehr bewundert ihn jeder Südamerikaner, der sich jemals mit dem Schreiben auseinandergesetzt hat. Juan Carlos Onetti erzeugt Sätze, die so einzigartig, so düster, so neu sind, dass man nach jeder zweiten Seite das Buch erschöpft beiseite legen muss.

Nie hat es einen schöneren, einen traurigeren, das Glück und die Bestimmungen des Menschseins ablehnenderen Schriftsteller gegeben. Durs Grünbein nennt ihn »den großen monolithischen Meister des 20. Jahhunderts neben Faulkner und Kafka.« Zurecht.

Suhrkamp, 280 Seiten.

endgültiger als

die werbung, die verworfen wurde.
aus toten städten / blühende bedürfnisse

bestehend aus

pornographie und wäschewaschen / roch
unser versagen selbst – jetzt noch frischer.

und noch in farbe welken vorder –
gründe die sich übereinander legen:

plakate von visionen fett

die butterbrotwelt deines vaters and i
have killed a man. a man who looked like me.