Monthly archives of “February 2014

unterwäsche

nur wenn ich für dich
bin ich. sie kaufe. bei mir.

das warten solange. verlässt sich
auf später die münder wie schmutzige stellen.

ein wirbel darum. schon säulen die wege
und ich noch suche beruf.

vielleicht entstellt

die welt sich uns – mit jedem schritt
der auf den takt besteht, weil wir nicht tanzen lernen:
schunkeln gegen die musik, und können nicht anders, wir
ertragen gottes dissonanzen nur verkeilt
ineinander, stillgestanden
als gemeinsame instanz
gegen tanz : gegenwelt.

das seltsame der menschen auf der abendlichen strasse

ist, dass jeder irgendwo hinwill, frueher oder spaeter
erinnert sich jeder wo er hingehoert und geht
weiter, ferner der blasse
amerikaner (schwer und unerwartet unter seinen
mormonenbruedern) beweist uns zwischen duennem dunkelbraun
boteros auge. die tracht der alten frauen
guatemalas (vor ihm)
faehrt faltig bmx nach hause.
mormonenpickel, jung und golden wie sein glaube
gruessen diesen tag, der sich
mit ihren jahren bunt
und muede aus der stadt bewegt.

gastrologie, nur einmal

als er das kostuem der spanischen eroberer (mit denen
er jeden abend für das fleisch der casa escobar
appellierte) ausgezogen und mit seinen vorgesetzten
die bilanz der nacht und seiner ueberzeugung
durchgesehen hatte, sagte er ihnen im vertrauen
nur einmal, dann nie wieder:

“der mensch, der einmal nur die vorbereitungen
zu seinem grossen auftritt in dem letzten akt, den er
sich immer wieder neu erfindet, einmal nur
beendet, spielt eine rolle.
-sonst nicht.”

gaben wir uns denn die muehe

uns und unsere gruende wahrzunehmen?
die weichen, deretwegen eines kalten vormittags
im sueden mexicos ein zimmer mit kamin
einander uns zusammenfuehrte? und gaben wir uns denn
die muehe mehr als zigaretten auszutauschen?

wir rauchten ohne worte filterlose
eng um unser feuer rum. und gaben wir
uns denn die eine einzige gelegenheit dazu?
wir aßen rosmaringerichte waehrend dessen;
ihr habt gekocht und ich, ich
hab euch dennoch nicht gefragt,
warum.

aus allem faellt die zeit

und ich mit jedem schritt
ihr nach und buecke
mich und greife
nach ihrem kurvigen abfall.
nach mir
nach allem noch
was ueberfaellig und vorbei
ist und
greife daneben.

“zu spaet”
richtet die kurve mir aus.
ihr sehe ich nach und
frage mich
wo nur der mensch ist
der zeuge dieser kreisenden
beleidigung mir werden koennte.

“in einer stunde”
danke. genug
gebueckt.

ein topf, ein stein

daneben eine k.
ich habe avokado
in plastik eingepflanzt.
es gab sonst nichts

und kaum war ich fertig,
mein baum noch unterirdisch
begr. neben totem kuechentier,
der stein fiebernd in der sonne spaniens
kam der regen (zu uns.)

von meinem fenster

sehe ich die berge sich entfernen.
auch der schnee geht mit und ich
– wuerde ihm folgen, aber
ich weiss nicht wohin?

ich stehe so weit von allen grenzen
und merke spaet
erst, dass ich auf der falschen
seite der berge lebe.

es ist

als wenn ich nie ein wort gedacht
geschweige denn
der form verloren haette.
analphabet
nach jeder zigarette
und vor dem naechsten satz.

der erste weigert sich
er kommt nicht vor dem letzten.
und dieser ueberhaupt
nur wenn ich luege:

grosse sachen denken
damit das kleine
kommt u. bleibt.

ob

erstausgabe oder brasilianische telenovela
ob meskalin, ob michelin, ob
tennis oder fetisch. ob immobilien
ob ich, ob kierkegaard oder friseur, ob weltreise.